Facebook

#2 – Press Start

Von am Nov 12, 2013 in Blog

VideoGameDad Share On GoogleShare On FacebookShare On Twitter

Wir haben Mitte Oktober und somit ist das letzte Trimester (was man alles für neue Wörter lernt wenn man Vater wird) bald vorbei. Der Babybauch meiner Freundin ist mittlerweile so groß, dass er eigentlich ein eigenes Gravitationsfeld entwickelt haben müsste. Aber außer Essen und staunende Blicke zieht er nicht viel an.

 

Beim Anblick dieser riesigen Kugel zweifel ich hin und wieder an meinem Wissen über den angeblichen Geburtsablauf. Ich stelle die heimliche Theorie auf, dass alles was man in der Schule über die Geburt lernt, eine Lüge ist und der Bauch in Wahrheit einfach explodiert. Bei der Explosion gibt es dann wahlweise buntes Konfetti inkl. Partysound oder Literweise Kunstblut untermalt mit einem düsteren Lachen… je nachdem was man in den Optionen eingestellt hat.

 

Fest steht, am Ende hat man ein schreiendes Baby im Arm und die explodierte Freundin, die sich als Cyborg entpuppt, wird kurzerhand von der Hebamme gegen eine identische Kopie ausgetauscht und die unmittelbar vor der Explosion angefertigte “Brain_Backup.exe” eingespielt und ausgeführt.

 

Was wohl passiert wenn die Backupdatei einen CRC Fehler aufweist?

Gibt es dann eine Backupdatei der Backupdatei?

Vielleicht sind Geburten deswegen so gefährlich?

 

Ich sollte mich in meinem Leben noch nie so geirrt haben…

…::: Gravitation kann so sexy sein :::…Baby546

 

Unsere ungeborene Tochter ist in weniger Tagen ausgezählt, als eine normale Hand Finger hat. Trotz der kurz bevorstehenden Geburt wird mein Körper von einem wunderschönen Gefühl der Ruhe durchströmt und ich erreiche einen schon fast zengleichen Zustand.

 

Grund dafür ist der Abspann von Beyond: Two Souls der gerade über dem Bildschirm wandert. “Geschafft” denke ich mir und blicke grinsend rüber zu meiner Freundin. Großzügig wie ich bin durfte sie bei diesem Videospieltrip nicht nur zugucken, sondern sogar die Steuerung einer nicht unwichtigen Spielfigur übernehmen und so maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nehmen.

 

Das Ganze hat erstaunlich gut funktioniert. Ich habe den weiblichen Hauptcharakter gespielt (deren Name so einprägsam war, dass ich ihn gerade nicht kenne) während der zweite Charakter Namens “Aiden” von meiner Freundin durch die virtuelle Welt geführt wurde. Solange ich an der Reihe war, habe ich mit meinen gottgleichen Videospielhänden den weiblichen Charakter sicher, zielstrebig und fast schon routiniert, um nicht zu sagen langweilig, durch die Level gesteuert und dabei Rätsel gelöst, Hindernisse überwunden und das Böse besiegt. Meine Freundin hat dann in ihren Spielpassagen dafür gesorgt, dass die Spannung nicht zu kurz kommt indem angezeigte Knöpfe falsch gedrückt, zu bewegende Elemente nicht als solche wahr genommen wurden oder Feinde unbeabsichtigt unsere Deckung passieren konnten. Wodurch der Spielverlauf stets interessante Wendungen nahm.

 

Zur Verteidigung meiner Freundin sei gesagt, dass die Abschnitte mit “Aiden” in der Tat als schwerer zu beschreiben sind. Zumindest wenn ich von dem knarzenden Geräusch ausgehe, welches der Controller unter der Krafteinwirkung meiner Freundin von sich gegeben hat. Es erschien fast so, als müsse man die Knöpfe bei “Aiden” besonders feste drücken damit er die Befehle registriert. Ein nicht ganz faires Feature von den Entwicklern wie ich finde.

 

Jedenfalls haben wir das Spiel bzw. den interaktiven Film, erfolgreich mit dem gewünschten Ende abschließen können und hatten im Nachhinein betrachtet auch eine Menge Spaß dabei. Und um meine Freundin an dieser Stelle nicht als ungeliebte Spielpartnerin darstehen zu lassen sei erwähnt, dass sie den Großteil der Spielabschnitte tatsächlich exzellent bewältigt hat und meine Meinung oben nur aus wenigen Frustmomenten hervorgeht.

Danke Babe!

Hat sehr viel Spaß gemacht…

Ich liebe dich……

…Danke auch fürs Korrekturlesen meiner Texte.

…::: Beyond: Two Soul – ODER – Zwischen: Zwei Stühlen :::…beyond546

 

Mit Beyond Two Souls war also nach GTA V der letzte große Titel dieser Konsolengeneration abgearbeitet und ich konnte beruhigt Vater werden. Ich gab meiner Freundin grünes Licht für die Geburt.

 

Allerdings wollte sich der kleine DNA-Download scheinbar noch ein wenig Zeit lassen. Denn am ausgezählten Tag der Tage, dem 17. Oktober, war kein Baby in Sicht. Meine Freundin hatte sich, wie auch zuvor in der Schwangerschaft, nicht über Wehen zu beklagen oder sonstige Anzeichen einer Geburt. Zumindest soweit wir beide das als “Nicht-Eltern” beurteilen konnten. Rückenschmerzen waren zwar laut meiner Freundin allgegenwärtig, aber meine Güte! Wie soll man die nicht haben wenn man den Todesstern verschluckt hat?

 

Am 19. Oktober waren wir zum CTG (dat Dingen wat de Schmärzen mist) im Krankenhaus und haben dem Wehenschreiber beim Nichtstun zugesehen. Selbst PS3 Softwareupdates oder Xbox 360 Zwangsinstallationen wären spannender gewesen. Wir wurden ohne Aussicht auf eine bald anstehende Geburt nach Hause geschickt, haben uns kurzerhand zu einem langen Spaziergang entschlossen und im Anschluss sogar den Versuch nicht ausgelassen Himbeerblättertee in der Apotheke zu kaufen.

 

Der 20. Oktober [spoiler] Tag der Geburt [/spoiler] verlief anfangs ähnlich ruhig.

Frühstücken, Wohnung aufräumen, spazieren im Wald und als Belohnung eine überteuerte Kaffeespezialität im neu eröffneten Trendy-Cup-Cake-Café.

Zu Hause angekommen setzte sich meine Freundin gelangweilt mit einem Buch auf die Couch und ich entschloss mich endlich dazu, die Domain für mein bis dahin nur gedanklich ausgearbeitetes Blogprojekt zu registrieren.

 

Als ich mich für “videogamedad.de” entschieden hatte und auf “Domain bestellen” drückte, ging es los. Nennt es göttliche Fügung, das Gesetz der Anziehung oder einfach nur nen Fehler in der Matrix, plötzlich schrie meine Freundin aus dem Wohnzimmer “iiihhäää scheiße!!!”

Fruchtblase gerissen!

Alle Sachen waren bereits gepackt. Also ab ins Auto, – Press Start – und los gehts.

Baby ist auf dem Weg!

2 Kommentare

    • VideoGameDad VideoGameDad

      17. November 2013

      Kommentar absenden

      Danke. Natürlich geht es ständig weiter. Ich peile mindesten einen Eintrag die Woche an. Die Zeit wird entscheiden.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.